ÖIR-Plattform "Großprojekte und Regionalplanung - „verfreundete" Partner"

Am 28. Juni 2011 fand die halbtägige ÖIR-Plattform „Großprojekte und Regionalplanung“ statt. An die 35 Personen kamen in den neuen Räumlichkeiten der ÖBB Infrastruktur AG am Praterstern zusammen! Die Frage, die interessierte: Vermag die Raumplanung Standortwahl und Projektgestaltung von Großprojekten zu steuern und mögliche Konflikte zu minimieren? Mag. Gregori Stanzer (ÖIR) leitete und moderierte die Veranstaltung.
Am Beginn wurden verschiedene Großprojekte in Österreich von der A22 bis zur Dritten Piste beim Flughafen Wien und dem Bahnprojekt im Gasteinertal angesprochen und die Rolle von Bürgerbeteiligung und Konfliktmanagement erörtert (Dr. Heinrich Vana, Rechtsanwälte Breitenecker Kolbitsch Vana). Die inhaltlichen Säulen eines österreichischen „Landschaftskontomodells“ wurden dargelegt (DI Thomas Proksch, LAND IN SICHT), sind Großprojekte doch die wichtigsten Motoren der Landschaftsentwicklung und gilt es, Ausgleichsmaßnahmen auf regionaler Ebene zu finden.
Anschließend gewährten Projektwerber von Großprojekten Einblicke in ihre Erfahrungen: Am Beispiel vom Neubau der Hochleistungsstrecke der Bahnverbindung Wien-St. Pölten wurden die Vorteile von Gemeindeforen aufgezeigt (Ing. Reinhold Hödl, ÖBB-Infrastruktur AG), anhand des gerade im UVP-Verfahren befindlichen Murkraftwerkes Graz wurde das Anliegen einer vorausschauenden sektoralen Energieplanung und einer Ausweisung von Tabuflächen und/oder von Vorrangzonen auf regionaler Ebene formuliert (DI Michael Wedenig, Energie Steiermark AG). Die Herausforderungen des gegenwärtig laufenden Netzausbaus des 380kV-Rings in Österreich wurden geschildert und eine Rahmenkompetenz des Bundes für die Korridorplanung angeregt sowie die Bedeutung von informellen behördeninternen Arbeitsgemeinschaften bei konkreten Projekten betont (Mag. Christoph Schuh, Austrian Power Grid AG).
Zum Abschluss wurden die Potenziale der Regionalplanung aufgezeigt: Neue Wege in der „Region Wien/südliches Umland“ wurden beschrieben; sei es in Zusammenhang mit wasserwirtschaftlichen Standards, dem Landschaftskontomodell oder im Zusammenspiel zwischen Verkehrskapazitäten und der Raumordnung. Regionale Auswirkungen von Projekten gehören regional diskutiert, die Information und Abstimmung anhand klar definierter Regeln – beispielsweise auf Basis gemeinsam erarbeiteter Orientierungsrichtwerte – wird in den Vordergrund gestellt (DI Andreas Hacker, Stadt Umland Management Wien Niederösterreich).
Das Instrument der Raumverträglichkeitsprüfung, welches im Kärntner Raumordnungsgesetz verankert ist, wurde vorgestellt: Ein freiwilliges Prüfinstrument, welches sowohl Realisierungshindernisse als auch raumplanerische Handlungsspielräume und Projektvarianten zu einem sehr frühen Planungsstadium aufzeigt und so für Kostenersparnisse und Projektverbesserungen sorgt (DI Michael Angermann, Amt der Kärntner Landesregierung, Abt. 20 – Landesplanung).
Mit einem Resümee (Dr. Erich Dallhammer, ÖIR) am Ende des Nachmittages klang die ÖIR-Plattform aus.

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Ein Überblick-Impulsartikel
Heinrich Vana,Rechtsanwälte Breitenecker Kolbitsch Vana

Ausgleichsmaßnahmen auf regionaler Ebene – Chancen und Hemmnisse
Thomas Proksch, LAND IN SICHT

Eisenbahninfrastruktur - Am Beispiel Neubaustrecke Wien-St. Pölten
Reinhold Hödl, ÖBB-Infrastruktur AG<

Kraftwerksbau-Impulsartikel
Michael Wedenig, Energie Steiermark

Netzausbau
Christoph Schuh, Austrian Power Grid AG

Großprojekte und Regionalplanung – „verfreundete“ Partner? Impulsartikel
Andreas Hacker, Stadt-Umland-Management Wien/Niederösterreich

Raumverträglichkeitsprüfung und Großprojekte
Michael Angermann, Abt. 20 Landesplanung